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Air Madrid: Bis zu 120 Stunden Verspätung

Air Madrid

Der vor rund zwei Jahren gegründeten spanischen Billigfluggesellschaft Air Madrid droht der Entzug der Fluglizenz. Für rund einen Viertel des Preises von Platzhirsch Iberia bietet Air Madrid Verbindungen nach Lateinamerika an, doch in die Schlagzeilen gerät die Gesellschaft vor allem durch rekordverdächtige Verspätungen. Das liess auch das spanische Verkehrsministerium aufhorchen, welche der Airline nun eine 48-stündige Frist setzte, um einen konkreten Plan zur massiven Verbesserung der Pünktlichkeit vorzulegen.

Den traurigen Verspätungsrekord bei Air Madrid hält ein Flug vom Oktober 2006 von Barcelona nach Buenos Aires, der 120 Stunden Verpätung hatte. Nur mit dem Schiff wäre es langsamer gewesen, liess sich ein Passagier zitieren. Auch Inlandflüge blieben nicht vom Chaos verschont: So dauerte ein Flug von Madrid nach Mallorca ganze 20 Stunden. Kein Wunder, schliesslich setzte das Flugzeug auf Menorca, Valencia, erneut Madrid und Ibiza zu einem Zwischenstopp auf. Dazu kam zu allem Unglück für die Passagiere dann auch noch eine Nacht im Flugzeug auf der Rollbahn.

Zurückzuführen dürfte das Chaos aber eher auf die kleine Flotte von neun Flugzeugen mit der ganze 900 Flüge im Monat bewältigt werden sollen. Air Madrid selbst verneint dies jedoch und verweist darauf, dass im Oktober zwei Maschinen durch Reparaturen blockiert gewesen seien und auch die angemietete Ersatzmaschine ausgefallen sei.
Derweil sucht der Firmenchef von Air Madrid nach immer neuen Erklärungen

Firmenchef Carrillo sprach mal von einer „beispiellosen Pechsträhne“, weil seine Flugzeuge länger gewartet werden mussten als geplant. Mal gab er den Passagieren die Schuld, weil diese zu viel Gepäck mitführten und die Maschine deshalb Zwischenlandungen zum Auftanken einlegen müssten. Und mal sah er eine Verschwörung der Konkurrenz am Werk.

Sollte der Billigflieger seine Lizenz tatsächlich verlieren, droht ab kommenden Samstag das Chaos, denn gemäss Air Madrid seien bereits 300’000 Tickets verkauft. Wegen der kommenden Feiertage dürfte eine Umbuchung auf andere Fluggesellschaften zum Glücksspiel werden, denn viele Flüge sind bereits ausgebucht.


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