Luxusgut Kerosin

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Nach Angaben des Airlineverbandes IATA betrugen die Kerosinkosten ihrer Mitglieder im vergangenen Jahr nicht weniger als 62 Milliarden US-Dollar und dieses Jahr sollen die Kosten sogar auf 83 Milliarden Dollar ansteigen.
Um diese wieder zu kompensieren, kommen die Finanzstrategen der Airlines auf teilweise absurde Ideen. Langsamer fliegen propagiert zum Beispiel United Airlines. Fliegt ein Jet von United 100 km/h langsamer, ergibt sich so eine Ersparnis von 5.5 Cents pro Meile. Das ergibt, bei einer Flottenleistung von rund 4.5 Millionen Meilen im Monat ganze drei Millionen Dollar im Jahr.

Beliebt (und logisch) ist die Reduzierung des Abfluggewichtes. Dies erreicht man durch Aussortieren von Magazinen und Zeitungen oder durch die Reduzierung von Trolleys, Kochöfen oder die Verkleinerung des Duty-Free-Angebotes an Bord. Sitze und Teppiche in der Kabine werden durch solche aus leichteren Materialien ersetzt.
So hat eine südkoreanische Airline das Wasser an Bord von Mittelstreckenflügen reduziert, was eine Ersparnis von 15.33 Dollar pro Flug zwischen Seoul nach Peking ergibt. Ob sich solche kleinen Beträge jedoch rechnen, darf bezweifelt werden.

Am meisten Potential verspricht aber eine Optimierung der Luftverkehrsstrassen. So konnten im Jahr 2004 durch neuere oder effizientere Flugrouten die Betriebskosten um 1.1 Mrd. US-Dollar reduziert werden. Optimierungsmöglichkeiten gibt es da vor allem durch die Öffnung gesperrter Flugverkehrszonen über China oder Russland.
Ein „Aktionsplan“ der IATA sieht für 2005 weitere Streckenverbessungen vor und das aus gutem (finanziellen) Grund: Kann eine Flugroute, welche eine Airline zehnmal täglich fliegt, um zehn Meilen gekürzt werden (z.B. durch einen direkteren Kurs), ergibt das Einsparungen von bis zu vier Millionen US-Dollar.

Muss jedoch ein Airbus A340 wegen Luftraumüberlastung 4000 Fuss unter seiner optimalen Flughöhe fliegen, benötigt dieser 400 Kilo Kerosin pro Stunde zusätzlich, was einem Mehraufwand von ungefähr 176 Dollar entspricht. „Wir verschwenden täglich elf Flüge von Frankfurt nach New York nur für Warteschleifen über den deutschen Flughäfen“ erklärte Lufthansa Chef Mayrhuber kürzlich.

Weltweit werden 30 bis 40 Millionen Flüge pro Jahr durchgeführt. 27 Millionen davon sind Linienflüge. Diese erzeugen, basierend auf der Grösse einer Boeing 737 oder eines Airbus A320, ungefähr 100 Dollar Betriebskosten pro Minute. Könnte nur ein Prozent der insgesamt 400 Mrd. Dollar Kosten eingespart werden kann, dann ergäbe das gewaltige vier Mrd. Dollar.

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Seit über 12 Jahren schreibt Tom Brühwiler ins Internet. Als BloggingTom ist er weitherum als Blogger der ersten Stunde bekannt. Seit die Kinder aus dem Haus sind, kann er sich auch wieder vermehrt seiner Leidenschaft, dem Reisen, widmen. Der Mittvierziger will es nochmal so richtig wissen und erkundet die grosse weite Welt genauso wie die nahe Schweiz. Immer mit dabei: Sein Entdeckungshunger und seine Kamera.

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