Dubai: Etwas mehr Ursprünglichkeit, bitte!

Was beim Bummel durch das moderne Dubai sofort auffällt: Die Dubaianer sind in der Minderheit – und das nicht zu knapp. Von den rund 1,8 Millionen Einwohnern von Dubai sind nämlich fast 85 Prozent Ausländer. Und so ist man sich zuweilen gar nicht so wirklich bewusst, wo man sich überhaupt befindet.

Höchste Zeit also, nach dem mondänen, hippen und crazy Dubai etwas mehr das Gefühl für das eigentliche Dubai zu bekommen. Zum Beispiel mit einer Bootsfahrt auf dem 14 Kilometer langen Dubai Creek, welcher die Stadt in die Stadtteile Deira und Burj Dubai teilt.

Dubai Creek Dhau

Privatrundfahrt auf dem Dubai Creek

Meine Empfehlung: Für rund 120 Dirham (entspricht knapp 30 Franken) lässt sich eine einstündige private Minikreuzfahrt mit Privat-Abra (einem offenen Holzboot) organisieren. Und die Fahrt ist eindrücklich. Vorbei an modernen Hochhäusern, einem herrschaftlichen Anwesen der Herrscherfamilie (inkl. Schild „Fotografieren verboten“) aber auch uralten Dhaus, hölzerne Frachtschiffe, die, je nach Beladung, ziemlich schief im Wasser liegen. Sehenswert und verwunderlich zugleich: Viele Dhaus werden noch immer mit Muskelkraft beladen und fahren ziemlich regelmässige Routen, z.B. nach Iran. Dass die alternden Kähne diese Reisen unbeschadet überstehen, grenzt für mich an ein Wunder.

Gewürz-Souk in Dubai

Weg vom Touristenstrom in die Seitengassen

Wer sich von seinem Abra am richtigen Ort ausladen lässt, ist nur wenige Gehminuten vom Parfum-, Gewürz- und Gold-Souk entfernt. Und wer, etwa auf dem Weg vom Parfum- zum Gold-Souk, die kleinen Seitenstrassen statt die ausgetrampelten Touristenpfade nutzt, wird mit massig, dieses mal echten arabischen Eindrücken belohnt. Hier hat man wirklich das Gefühl „unter Dubaianern“ zu sein. Unbedingt machen und sich in einer der Gassen in ein Cafe setzen!

Fazit: Es gibt viel zu endecken in Dubai und die Stadt ist definitiv eine Reise wert. Die 42 Stunden, in denen ich mir Dubai im Eiltempo ansehen wollte, waren hingegen eindeutig zu kurz. Drum: Dubai steht bereits auf der Liste für einen etwas längeren Aufenthalt – dann auch gern mit noch etwas mehr Lokalkolorit und – achja, den Stränden ;-).

(Disclosure: Im Rahmen des Dubai-Aufenthalts wurde ich von Let’s Go Tours, dem Spezialisten für den Indischen Ozean, Arabien und Afrika, unterstützt.)

(Foto: Eigene/McKay Savage)

2 KOMMENTARE

  1. Ich vermute, dass die Dubaiis (?) wie früher die Saudi-Araber auch nicht arbeiten müssen, weil der Staat wegen seiner Erdöl-Vorkommen so reich ist.

  2. Ich habe wegen der Vorkommnisse um die junge Norwegerin, die jüngst in Dubai verurteilt wurde, obwohl sie das Opfer einer Vergewaltigung war, ein bischen gegoogelt und bin hier gelandet. Ohne Zweifel, Dubai scheint ein schönes Stück Erde zu sein. Doch mit dem Urteil hat man sich im touristischem Sinne bestimmt keinen Gefallen getan, auch wenn die Norwegerin nach massivem Engagement der norwegischen Regierung „begnadigt“ wurde.

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