Magic Castle: Im Inner Circle der Magie

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Wer in den USA an Magier und Zauberei denkt, ist mit seinen Gedanken erst mal in Las Vegas. Klar, in der Spielerstadt treten oder traten seit jeher die Grossen der Branche auf. Doch was nur wenige wissen: Das Wissenszentrum der Zauberei in den USA findet sich nicht in Las Vegas, sondern in Los Angeles, genauer an der Academy of Magical Arts in Hollywood.

Academy of Magical Arts - Magic Castle
Academy of Magical Arts – Magic Castle

Grund genug, dem „Magic Castle„, quasi dem inneren Zirkel der Magie, einen Besuch abzustatten. Doch das ist nicht ganz einfach, denn Zutritt haben nur Akademie-Mitglieder, deren Begleitpersonen sowie Gäste mit Gästepässen. Mit dem im Los Angeles lebenden Raphael Monsch, den ich schon seit Jahren kenne und der in der Schweiz etwa als Gründer der „Pure80s“- und „Pure 90s“-Parties sowie mit dem Startup „BrunchButler“ bekannt wurde, öffneten sich aber dann auch für mich die Türen des Magic Castle. Danke Raphael!

Sesam öffne Dich!
Während wir eintreten, wundere ich mich, dass wir in einem Raum ohne Türen gelandet sind (also mal abgesehen von der Tür nach Aussen, durch die wir eben kamen). Nur die Dame hinter der Kasse ist zu sehen und will erst einmal den Obulus für das Valet-Parking, den Eintritt und das Brunch-Buffet kassieren. Macht dann knapp 62 Dollar. Pro Person, versteht sich.

Und nun? Wo weiter? Mein Begleiter zeigt auf eine Wand und sagt lässig „Open Sesame!“ Und tatsächlich, das vermeintliche Büchergestell bewegt sich wie von Geisterhand zur Seite und saugt den Besucher hinein in eine andere, magische Welt. Muss man ja erst mal wissen… Hier ist aber auch gleichzeitig Schluss mit fotografieren. So exklusiv der Einlass ist, so exklusiv soll auch das Innere des Magic Castle bleiben. Und selbst eine Internet-Recherche zeigt, dass es nur wenige Aufnahmen aus dem Schloss gibt.

Zugegeben, mit Zauberei, Magie und Co. hab ich ja normalerweise nicht so viel am hut. Trotzdem hat mich das Innere des Magic Castle sofort in seinen Bann gezogen. Man fühlt sich in einer anderen Welt, wandelt verwinkelte Gänge entlang, geht schmale Treppen auf und ab und findet in jeder Ecke etwas spannendes aus der Welt der Magie.

Liebling, ich schrumpfe!
Zum Beispiel im „Grand Saloon“, den man wenige Schritte nach dem magischen Büchergestell erreicht. Sieht aus wie eine Bar, und ist auch eine Bar. Doch selbst wenn man ein alkoholfreies Getränk bestellt: Wer auf dem richtigen (oder falschen – je nachdem) Barstuhl sitzt, wird irgendwann feststellen, dass sein Körper geschrumpft ist. So zumindest der Eindruck, wenn man nach einigen Minuten plötzlich tiefer sitzt als alle anderen. Ja, und hinter der Bar spielt auch gleich „Invisible Irma“ auf Ihrem Piano und nimmt sogar Musikwünsche entgegen. Mit ein bisschen Glück ist auch Irmas unsichtbarer Kanarienvogel Katy mit dabei, die sich freundlich bedankt, wenn man Irma einen Drink spendiert oder etwas Trinkgeld für die Unterhaltung am Piano springen lässt.

Roter Teppich. Natürlich! Academy of Magical Arts
Roter Teppich. Natürlich! Academy of Magical Arts

Eindrücklich waren für mich vor allem auch die Kartentricks, die nicht nur in der Close-Up Gallery von einem Member der Academy of Magical Arts vorgeführt wurden, sondern auch von zufällig anwesenden Mitgliedern der Academy den Besuchern an Tischen irgendwo im verwinkelten Innern des „Magic Castle“ gezeigt wurden. Ein alter Hut, diese Kartentricks, denkt man. Und obwohl man den Meistern der Karten direkt gegenübersitzt und einem nur Zentimeter von den Karten trennen, war es mir nicht möglich, auch nur einen einzigen Trick zu erkennen. Chapeau!

Im Haus gibt es viele weitere, kleinere und grössere „magischen Dinge“ zu entdecken und eindrückliche Shows in kleinem Rahmen zu erleben. Das zwar nicht ganz günstige, aber hervorragende Brunch-Buffet (Essen im „Magic Castle“ ist Bedingung für den Einlass, entweder Dinner oder Brunch) rundete den Besuch im „Inner Circle“ der Magiere ab. Auch wenn ich vorher doch etwas skeptisch war: So ein Erlebnis im Magic Castle kann ich nur weiterempfehlen.

So kommst Du rein
Es lohnt sich, sich im Bekanntenkreis oder auf Twitter und Facebook nach Mitgliedern der Academie of Magical Arts zu suchen. Es ist erstaunlich, wie viele Leute, die sich für Zauberei interessieren, bereits Mitglieder sind – auch ausserhalb der USA. Auch auf Yelp.com finden sich immer wieder Angebote von Leuten, die einem zu Gästepässen verhelfen können. Gerüchteweise sollen auch Gäste des The Magic Hotel sowie des Hollywood Hills Hotel Zutritt bekommen.

Veranschlage für einen Besuch mindestens vier Stunden. Das Haus ist gross und beim Erkunden der verwinkelten Gänge findet man immer wieder etwas, dass einem die Zeit vergessen lässt – von den Vorführungen mal ganz zu schweigen. Und ja: Entsprechend der hohen Kunst, die einem dort erwartet, sollte man auch entsprechend gekleidet sein. Der Dresscode im „Magic Castle“ lässt da wenig Interpretationsspielraum…

Und die Fotos? Wie erwähnt, ist das Fotografieren im „Magic Castle“ strikt verboten. Und da gab es auch für den Travelblogger keine Ausnahmen. Allerdings gibts beim LA Weekly ein paar tolle Fotos vom Innern des Magic Castle!

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