Zwei Bier für 21 Franken. Ohne Häppli-End.

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Dass Zürichs Gastronomie nicht als günstig bekannt ist, ist zwar weit herum bekannt. Trotzdem, liebe SV Group: Astronomische 10 Franken und 50 Rappen für ein Glas Bier schlagen dem (Bier-) Fass den Boden aus.

Astronomischer Bierpreis: 21 Franken für zwei Bier im «max - restaurant, bar & lounge» in Zürich
Astronomischer Bierpreis: 21 Franken für zwei Bier im «max – restaurant, bar & lounge» in Zürich

Ganz zufällig hatte ich mich in Begleitung eines guten Freundes für ein Bier im «max – restaurant, bar & lounge» in Zürich-Oerlikon entschieden. Es war halt einfach das erste Lokal, das uns spontan ins Auge stach. Wir suchten uns einen Platz, bestellten zwei Bier und unterhielten uns angeregt. Ja, es war ganz nett in der zum Hotel «Courtyard by Marriott» gehörenden Lounge – bequeme Sitzgelegenheiten, ein ansprechendes Ambiente und eine einigermassen flotte Bedienung. Und auch über die Tatsache dass ich anstelle eines Schweizer Biers (hey, gibts nicht mal mehr Schweizer Bier im Offenausschank?) ein «Becks» aus dem hohen deutschen Norden bekam, sah ich locker hinweg.

Zwei Bier? Macht 21 Franken
Die Lockerheit löste sich beim Bezahlen allerdings in Nullkommanichts auf. «Zwei Bier? Macht 21 Franken.» «Wie bitte?» «21 Franken, bitte.» Nun, ich war sprachlos und brachte keinen Ton heraus. Ja, wir haben bezahlt. Nein, wir hatten nicht nachgefragt. Wir waren wohl einfach zu überrascht vom astronomischen Bierpreis.

Die Lösung: «Häppli-Hour»!
Auf Facebook liess die Verwunderung der Freunde über den Bierpreis ebenfalls nicht lange auf sich warten. Erst einen Tag später kam ein entscheidender Tipp: Wir waren in die «Häppli-Hour» geraten, die das Lokal von Dienstag bis Donnerstag veranstaltet. Das allerdings steht nur auf der Webseite.

Free snacks with every drink
(Note: From 17.00 – 19.15, drinks are CHF 3.- higher as listed)

Wie „Free“ sich mit dem Zuschlag von 3 Franken pro Getränk verträgt, hat aber auch Sam, der in Facebook auf die «Häppli-Hour» aufmerksam gemacht hat, noch nicht rausgefunden. Viel schlimmer: Im Lokal sagte uns keiner etwas, dass wir uns an den Häppchen, die auf der Bar aufgebaut waren, bedienen können. Oder das Bier deshalb drei Franken teurer sei. Oder dass wir hier in die «Häppli-Hour» geplatzt sind.

Noch mehr Seltsames
Liebe SV Group als Betreiber des «place to be in Zürich Oerlikon», wie ihr es auf eurer Webseite nennt: Nicht nur, dass ihr mit solchen Preisen eure Kunden vergrault (selbst sieben Franken fünfzig wären für ein Bier mehr als genug), nein, ein bisschen mehr Sorgfalt würde ich mir dazu noch wünschen. Zum Beispiel, indem ihr eure Gäste auf die «Häppli-Hour» aufmerksam macht.

Und: Wie kommt es, dass auf der Quittung schlicht und einfach die falsche Internet-Adresse aufgedruckt ist? Wer «restaurant-max.com» besucht, landet nämlich auf einer wenig professionellen Seite eines Domainhändlers, der herzlich wenig mit «max – restaurant, bar & lounge» zu tun hat. Muss ich als Gast jetzt auch noch selber herausfinden, dass die Webseite korrekterweise unter «max-restaurant.com» gefunden werden kann? Und ob es jetzt ein Becks-Bier war, dass ihr mir gemäss Glas serviert habt, oder eben doch ein Löwenbräu, wie es auf der Quittung heisst, werd ich wohl nie mehr herausfinden. Schade eigentlich…

5 KOMMENTARE

  1. Lieber Thomas, ich finde Deine Stellungnahme absolut richtig. Viel zu oft schluckt man den Ärger herunter oder winkt irgendwann ab, nach dem Motto: „Es bringt eh‘ nichts.“ Habe mich auch unlängst sehr über die Mängel einer Reise geärgert, während der Reiseanbieter nicht ansatzweise zum Dialog bereit war und jede Kritik weit von sich gewiesen hat. Das werde ich auch noch auf meinem Blog thematisieren. Insofern „Daumen hoch“ für die Rubrik MEINUNG!

  2. Lieber Tom,
    „Fräch“, dass man nicht darauf aufmerksam gemacht wird! „Costly-Hour“ müssten sie gross anschreiben.
    Guter Beitrag und liebe Grüsse Adi

  3. Danke für den Beitrag. Leider kommt das in Zürich ab und zu vor. Ich habe daraus gelernt, dass ich über Facebook oder Twitter nach Tipps von Locals frage.

  4. Hätten Sie auf dem Kassenbon noch mehr falsch machen können?
    Für den Preis pro deutschem Bier sollte so etwas wohl doch noch drin liegen dass da alles korrekt drauf steht. Scheint als wollten sie sich mit der falschen URL vor Reklamationen schützen #lach

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