Nachdem die Aschewolke des Vulkans Eyjafjallajökull und das dadurch verhängte Flugverbot über Europa Hunderttausende an ihren Destinationen stranden liess, gibt es nun immer mehr Meldungen über Urlauber, die von ihren Reiseveranstaltern wieder zurückgeholt werden. Nicht alle können sich aber im Moment über die Betreuung vor Ort freuen. So wie etwa Jeremy, der in seinem Blog von seinen Erlebnissen als “Gestrandeter” in Fuerteventura erzählt.
Auch wenn Jeremy, den ich vorhin grad am Telefon hatte, die Situation grundsätzlich mit Humor nimmt, zeigen seine Erfahrungen, dass gerade die Kommunikation zwischen Reiseveranstalter und lokaler Reiseleitung bei einem aussergewöhnlichen Ereignis wie etwa einem Flugverbot, auf einer harte Probe gestellt wird. Im Fall von L’TUR auf Fuerteventura scheint dies jedoch ganz und gar nicht zu funktionieren.
So wurde den Gestrandeten offenbar gesagt, dass sie am besten aus dem Hotel auschecken und sich am Flughafen selbst um eine Rückreisemöglichkeit bemühen. Etwas, was zum Beispiel auch auf dem Video, dass Jeremy im Versteckten gedreht hat, zu hören ist:
Diese Aussagen kommen am Sitz von L’TUR in Baden-Baden jedoch gar nicht gut an. Wir mir Nina Meyer, Leiterin Kommunikation, Social Media & Kooperationen, am Telefon sagte, wolle man eben genau nicht, dass die Kunden nun das Hotel verlassen und versuchen, sich auf eigene Faust durchzukämpfen. Man fühle sich bei L’TUR verpflichtet, den Kunden zu helfen und diese hätten auch Anspruch auf eine Rückbeförderung. Man sei derzeit daran abzuklären, wie man die Festsitzenden auf Fuerteventura schnellstmöglich zurückholen könne. Die ersten 1000 Kunden hat man heute mit Chartermaschinen aus der Türkei und Mallorca zurückgeflogen.
Die Reiseleitung auf Fuerteventura will man nun so rasch als möglich neu instruieren. Allerdings konnte man diese offenbar bisher nicht erreichen. Über den Mutterkonzern TUI will man nun aber versuchen, die Gäste auf der Insel konkreter und vor allem besser über die weiteren Massnahmen zu informieren, heisst es weiter aus Baden-Baden.
Bei allem Ärger darf man aber eines nicht vergessen: Das Flugverbot über fast ganz Westeuropa ist ein bisher wohl ziemlich einmaliges Ereignis, auf das keiner wirklich vorbereitet sein konnte. Dass da einiges schief läuft, und das wahrscheinlich nicht nur bei L’TUR, sollte damit auch jedem klar sein. Für den Einzelnen aber deshalb natürlich nicht weniger ärgerlich. Erst recht, wenn man sich nicht, wie etwa Jeremy, über sein Blog wenigstens etwas Gehör verschaffen kann.
In diesem Sinne: Gute Heimreise, Jeremy. Ich hoff, Du hast bald wieder heimatlichen Boden unter den Füssen!